Stadion Hoheluft

Über erhebliche Spenden der Mitglieder, oftmals waren es die Eltern der Spieler, konnte der Aufbau des Sportplatzes in Angriff genommen werden (Gesamtkosten 14.000 Mark). Am 22.09.1907 wurde endlich der Sportplatz Hoheluft mit einem 5:4-Sieg über den amtierenden deutschen Meister VfB Leipzig eingeweiht. 1911 genehmigte die Stadt nicht nur Stehtraversen auf Seiten der Martinistraße (heute Rang D/E), sondern auch die Errichtung einer 1.000 Sitzplätze umfassenden Tribüne – die erste überdachte Tribüne in ganz Norddeutschland!
Im selben Jahr fand mit der Partie Deutschland gegen Schweden auch das erste Länderspiel in Hamburg, bzw. an der Hoheluft statt. Lange Zeit blieb das Stadion die zentrale Austragungsstätte diverser Auswahl- und Entscheidungsspiele. Das Fassungsvermögen der Anlage umfasste damals 35.000 Zuschauer!

Der große Schock der Vereinshistorie folgte wohl 1921 mit dem Niederbrennen der altehrwürdigen Tribüne. Wahrscheinlich waren unvorsichtige Stadtstreicher dafür verantwortlich, die dort in kalter Nacht Zuflucht gesucht hatten. Es folgten enorme Sympathiebekundungen und Hilfe an allen Ecken und Enden, so dass die Victoria-Tribüne schon 1922 wieder neu errichtet werden konnte – 80.000 Mark kamen dank externer Spenden zusammen, die Victorianer selbst gaben zusammen sogar 200.000 Mark.
In alter Tradition wurde auch diese Tribüne mit einem Spiel gegen den amtierenden deutschen Meister, den HSV, eingeweiht.

Mit abnehmenden Erfolg des Vereins schwand leider auch die Bedeutung des Stadions Hoheluft und so verlange bereits 1956 die Stadt Hamburg zum ersten Mal ihr Recht und strich 5.000 Stehplätze zu Gunsten einer Erweiterung des Lokstedter Steindamms (heute Block C). Das Zuschauerinteresse hatte nachgelassen, der HSV und St. Pauli endgültig das Ruder übernommen.
Nur zwei Jahre nach der ersten Stadionverkleinerung folgten 1958 weitere 5.000 Plätze, die einer Ausweitung des UKE-Geländes zum Opfer fielen. Die Ostseite des Stadions ziert seitdem leider ein Zaun. Als Entschädigung für die damit ebenfalls genommenen Nebenplätze erhielt der SC Victoria die Sportanlage am Grandweg, die 2010 einem neuen Wohnhauskomplex weichen musste. Um diesen Verlust zu kompensieren, erhielt der SC Victoria das Gelände der Allianz-Sportanlage am Lokstedter Steinstamm 52 mit drei Kunstrasenplätzen (1x Hockey, 2x Fußball). Auch andere Abteilungen des Vereins, wie die Leichtathletik, profitieren seither von dieser neuen, modernen Sportanlage, was zu einem starken Mitgliederzuwachs führte, der die Anlage schnell aus allen Nähten platzen ließ. Die Stadt reagierte letztlich und so bekommt der SCV in der Saison 2015/2016 weitere neue Kunstrasenplätze in der Gärtnerstraße zur Verfügung gestellt.

Mit den wieder erwachenden Regionalliga-Ambitionen des SC Victoria wurde auch die Stadt Hamburg endlich wieder auf das Stadion an der Hoheluft aufmerksam und willigte in eine Umbaufinanzierung der Anlage ein. Damit besitzt der SC Victoria eines von nur zwei regionaligatauglichen Stadien im Hamburger Raum (Profivereine ausgeschlossen), das zunächst (parallel zum Spielbetrieb des SCV) für ein Jahr von Altona 93 genutzt wurde. Seit der Saison 2011/2012 hat auch der FC St. Pauli II hier immer wieder seine Heimspiele in der Regionalliga ausgetragen, bis im Sommer 2012 auch der eigentliche Hausherr nachgerückt ist und hier zwei Jahre lang Regionalligafußball angeboten hat.

Im Sommer 2012 wurde ein weiterer Umbau getätigt: Der Gästeblock wanderte von Block D in Block E und bekam einen eigenen Eingang, sodass mehr Platz für die eigenen Fans im Heimbereich geschaffen wurde. Parallel dazu wurde ein neuer Zaun an der Martinistraße gezogen, um auch „von außen“ einen frischen Eindruck zu machen. Im Sommer 2013 wurden schließlich die Flutlichtmasten ausgetauscht und ein etwas stärkeres Licht eingebaut.

Zudem konnte seit langer Zeit endlich mal wieder „Ausverkauft“ gemeldet werden: Beim DFB-Pokalspiel des SCV gegen Hannover 96 tummelten sich etwas über 5200 Zuschauer im Stadion. Auch weiterhin findet zusätzlich das Oddset-Pokal-Finale an der Hoheluft statt, was dem Stadion den Spitznamen „Wembley Hamburgs“ einbrachte. Auch hier konnte in den vergangenen Jahren immer mal wieder das Stadion komplett gefüllt werden.

Länderspiele:

1911 Deutschland – Schweden 1:3

1913 Deutschland – Dänemark 1:4

1923 Deutschland – Niederlande 1:0

1923 Deutschland – Norwegen 1:0

1949 Deutschland – Dänemark 1:0

Endspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft:

1912 KSV Holstein Kiel – Karlsruher FV 1:0